Geschichten vom Scrum (2. Auflage)

Von | 24. Januar 2014

Geschichten vom ScrumEs war mal wieder an der Zeit für eine gepflegte Lektüre. Entschieden habe ich mich für ein etwas anderes Thema als sonst. Es geht um, wie der Titel des Postings schon vermuten lässt, Scrum.

Gehört hatte ich von diesem Buch „Geschichten vom Scrum“ schon einiges, während meiner Zertifizierung zum „Certified Tester“, war es nun also eine gute Gelegenheit sich damit mal zu befassen.

Fakten

Das Buch und sein Inhalt

In seinem Buch „Geschichten vom Scrum“ möchte der Autor Holger Koschek seine jahrelange Erfahrung welche er als Berater, Trainer und Coach in Projekten gesammelt hat in völlig ungewohnter Form der Menschheit vermitteln.

So ist das ganze Buch oder besser die Thematik als Märchen aufgebaut worden, untermalt von schönen Illustrationen, welche von seiner Familie durch Verwendung zahlreicher Spielzeugfiguren gestaltet wurden.

Geeignet ist das Buch, für alle die sich im Projektgeschäft bewegen, ob Entwickler, Auftraggeber oder gestandener Scrum Master! (Interesse am Thema Scrum vorausgesetzt).

Nun aber zum Inhalt der Geschichte. Alles beginnt im fernen „Wieimmerland“ welches bekanntlich direkt am Fluss „Mainstream“ liegt (wer kennt es nicht..), hier herrscht eine dieser Zeit nicht unübliche Plage: Drachen!

Um dieser unnötigen Plage zu begegnen haben sich die „Wieimmerland“ – Bewohner darauf spezialisiert Drachenfallen zu konstruieren, wofür sie dann auch weit über ihre Grenzen bekannt wurden. Nun ist uns ja allen ebenfalls bekannt, dass auch Drachen lernfähig sind, und sich so aus bekannten Fallen schnell befreien können. Dieses hatte zur Folge das diese Fallen ständig verbessert werden mussten (auch um weiterhin erfolgreich im Exportgeschäft bestehen zu können!).

Hier kommt nun der König Schaermaen ins Spiel, seine Vision ist es eine Drachenfalle zu konstruieren, welche sich jederzeit einfach verändern lässt, um schnell auf die neuen Fähigkeiten der Drachen reagieren zu können. Aus diesem Grund beauftragt dieser seinen Hofmarschall mit der Zusammenstellung eines Teams welches diese Aufgabe nach der Scrum Methode umsetzen sollte (von diesem Vorgehen hatte der König bereits bei einigen Geschichtenerzählern gehört, welche das ferne Land „Scrum“ besucht hatten).

Nun schon bei der Zusammenstellung des Teams finden sich viele Analogien zum Berufsleben wieder. Selbstverständlich möchte der Marschall die besten, der besten für dieses Projekt finden. Nur sind diese wie im echten Leben meist recht gut ausgelastet und in Projekten vergraben. So kommt es wie es kommen muss, und der Hofmarschall stellt eine recht muntere Truppe (die Musketiere) zusammen.

Hier begegnen einem zahlreiche Charaktere, die einem doch sehr bekannt vorkommen sollten:

  • Der Prinz, welcher als Scrum Master agiert.
  • Der Ritter, der alles kann und sonst als Berater unterwegs ist.
  • Das Großväterchen, mit viel Erfahrung aus alten Tagen.
  • Das Aschenputtel, etwas schüchtern aber hilfreich.
  • Das Gespenst (lasst euch überraschen).
  • Die Hexe, der Name ist Programm 🙂

Besondere Erwähnung bedarf es für das Einhorn Bumaraia, welches aus dem Land Scrum stammt, und sowohl dem Team als auch uns Lesern beratend zur Seite steht. So finden sich im Buch immer wieder Abschnitte, in welchen das Einhorn uns mit Hintergrundinformation jenseits der Märchenwelt versorgt. Ein aus meiner Sicht entscheidendes Element des Buches!

Nach den ersten Seiten, welche die Charaktere, den Wunsch (Vision) des Königs und die Vorbereitung beschreiben, wird der weitere Verlauf des Buches, in den aus Scrum bekannten Sprints fortgeführt.

So werden im Sprint 0, die Spielregeln vom Prinzen erklärt, die erste strategische Planung durchgeführt und eine Runde „gepokert“. Richtig zur Sache geht es dann im Sprint 1 wo die Detailplanung erfolgt, die tägliche Zusammenkunft (na wer kennt es?) verkündet wird und sich an die eigentliche Durchführung begeben wird.

Insgesamt teilt sich das Buch in 7 Sprints und eine umfangreiche Empfehlungsliste für weitere Literatur. Mehr möchte ich euch nun aber nicht verraten, auch nicht ob die Musketiere erfolgreich sein werden, was für Schwierigkeiten auf sie warten und was das Gespenst eigentlich für eine Rolle spielt.

Mein Fazit

Persönlich hat mich das Buch vollkommen überzeugt, selten hat es jemand geschafft mir ein doch recht sachliches Thema, auf so amüsante Weise zu vermitteln. Sicherlich habe ich den Vorteil, dass mir einige Begriffe und Vorgehensweisen aus dem Bereich Scrum bereits geläufig sind und ich so viele der zahlreichen Wörter aus der „Märchensprache“ gut einordnen konnte.

Aber auch für „Anfänger“ bietet das Buch, durch die vielen Erklärungen des Einhorns einiges. Es macht einfach Spaß zu lesen, und ganz nebenbei wertet es den Erfahrungsschatz, zu dieser agilen Vorgehensweise beträchtlich auf. Ich wünschte es würde mehr Fachliteratur in dieser Form veröffentlicht.

An dieser Stelle noch ein großes Danke an den dpunkt Verlag für das Rezensionsexemplar